Mex2Pan – Einreise nach Guatemala

Dienstag 21.01.2014

 

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Von Salina Cruz geht es zurück in die Berge.

Nach einem kurzen Halt in einer Strassensperre bei La Ventosa durch Zivilisten, keiner kann oder will uns erklären um welche politischen Absichten es geht, lässt man uns als unbeteiligte “Ausländer” durch (die Schlange auf der anderen Seite war schon kilometerlang…) und es geht zügig weiter nach Tuxtla Gutierez.

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Schon vor einem Jahr hat sich uns diese Stadt von der schlechtesten Seite gezeigt und wieder ist es fürchterlich, Verkehrsaufkommen, unsinnige gleichzeitige Strassenarbeiten, wahnsinnige Taxifahrer kosten uns fast eine Stunde.

Den gleich darauf folgenden Cañon de Sumidero kennen wir bereits, also weiter auf die Libre nach San Cristobal De Las Casas. Es gibt auch eine mautpflichtige, langweilige, aber sichere und halb so lange Verbindung und genau das hält uns die faszinierende  Landstrasse in die Berge fast verkehrsfrei.

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Vorbei an kleinen Indio-Siedlungen steigen wir auf dreissig kurvigen Kilometern von Meeresniveau wieder auf 2.700 m

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um dann mit etwa nochmals der selben Strecke in das 2.200 m hoch gelegene San Cristobal De Las Casas zu gelangen.

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Es ist bewölkt, es weht ein kalter Wind und wir tragen zuerst Sweater und später Motorradmontur um eine Runde in dem netten, touristischen Städtchen zu spazieren.

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Morgen gehts nach Guatemala.

Ach so, die Kupplung…, wir haben am Abend Handschutz abgebaut, nochmal Alles sauber gemacht, am Handhebel und an den Anschlüssen ist alles trocken, unsere Diagnose, irgendwas am Flüssigkeitsbehälter oder Deckel. Ordentlich Entlüften, Trocknen, Deckel drauf und Duct-Tape…

 

Mittwoch 22.01.2014

Der Tag in San Cristobal beginnt in den Wolken.

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Um kurz nach sieben Uhr sind wir schon unterwegs. Um Acht in La Trinitaria stehen wir vor der Entscheidung: nach links, ca 500 m höher in die schwarz von Wolken verhangenen Berge und über einen winzigen Grenzübergang im fast sicheren Regen nach Guatemala oder geradeaus nach Südosten 1.000 m tiefer und in Ciudad Cuauhtemoc wahrscheinlicher Sonne, über den dortigen Grenzübergang.

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Wir werfen ein Plätzchen, die Entscheidung fällt für rechts und bringt uns zu einem kurvenreichen Abstieg, leider durch 20 km reichlich, frischen Rollsplitt getrübt, also Runtereiern.

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Der Grenzübergang nach Guatemala in Ciudad Cuauhtemoc ist gekennzeichnet durch eine kleine Gasse in der sich auf beiden Seiten Geschäftchen mit Klamotten und nutzlosem Zeug und Taxis tummeln. Die Grenze überqueren da nur Fussgänger, Zweiradfahrer und wenige Autos, diese scheinbar mit Sondergenehmigung.

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Da gehen 3 Erwachsene, 3 Kinder, 6 Säcke der Dimension. wie die Señora noch trägt…

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…und der Fahrer rein und das tapfere Gerät bewegt sich noch.

Die Grenzüberquerung ist problemlos, keine Schlange, Nichts. Ausreiseformalität México wird flott 4 km vor der Grenze erledigt (allerdings hatte ich das irgendwie verpasst, so dass wir nochmal umdrehen durften), danach Moped dekontaminieren (ca 3 USD), gleich im Anschluss ein kleines Büro für den Einreisestempel in den Pass. Mike macht das für mich gleich mit, ich passe auf die Motorräder auf.

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Einfuhr der Motorräder dauert am 20 m entfernten, nächsten Büro etwa eine halbe Stunde, der freundliche Service kostet ca 18 USD pro Motorrad, ein paar Papiere unterschreiben, bei der Bank in ca 5 m Distanz, Mike bezahlt. Ein weiterer Beamter checkt unverzüglich den Kontrollbeleg um zur Vermeidung der Korruption beizutragen…

…ach so, der Einreisestempel (siehe oben), durch den Rollex-tragenden Capo der Migracion, kostete Mike ca 3 USD für die “kostenlose”, schnelle Erledigung…, …ohne Beleg.

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Wir sind drin, jetzt aber weiter, die CA1 steigt sofort wieder hoch in die Berge.

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Ein schnelles, gutes und preiswertes Mittagessen stärkt uns für die letzten 200 km Achterbahn des Tages.

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Nach einem letzten, frischen Pass in über 3.000 m, beginnt der rasche Abstieg zum Lago Atitlan in etwa 1.600 m über NN.

Mit den letzten Sonnenstrahlen finden wir in Panajachel schnell ein kleines, einfaches sauberes Hotel mit sicherem Parkplatz (siehe bereits erwähnte Anforderungen) für umgerechnet weniger als 20 EUR das Doppelzimmer. Dann raus, alte und neue Kontakte und um 22:00 Uhr horcht Mike bereits wieder an der Matraze, während ich noch Bilder sichere und mir ein wenig die Zeit mit Schreiben und Lesen vertreibe.

…Duct-Tape: Kupplung am Morgen problemlos,  dann wird wieder ein Rutschen spürbar, jedoch, nur in höheren Drehzahlen im 5. und  6. Gang…  Das werden wir morgen nochmal bei einer Runde um den Atatitlan-See probieren.

 

Donnerstag 23.01.2014

Es ist fast wie Urlaub, Wecken ist zwar bei Sonnenaufgang, aber nix Packen etc. Statt dessen ein gutes Frühstück “Strammer Max” und Internet, Info an die Lieben daheim, Wäsche in einer Lavanderia abgeben, Geld wechseln und dann aufs Moped für eine 140 km Runde um den Lago Atitlan.

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Ich möchte mir die Bezeichnung spektakulär noch aufheben, aber das hier ist nahe dran.

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Kleine Pause in San Lucas Toliman und es geht weiter.

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Nach wirklich genügend schlechten Strassen, Topes (heissen hier “Tumulos”) und endlosen Kurven, erreichen wir Santiago Atitlan.

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Danach wirds interessant. Etwa 8 km vor San Pedro La Laguna beginnt eine üble Piste . Grobe Steinverwerfungen gemischt mit puderzuckerfeinem Sand. Ich will gerade noch ein Foto von Mike vor mir machen, als es nach einer Kurve mit einer tiefen Fahrrille voller Sandbergauf geht. Ich rutsche zur Seite, mit linker Hand Kamera hoch, da ist ein stützender Hang, also vorsichtig bremsen und…Schwerkraft langsam kommen lassen.

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Mike ist schon ausser Sicht, also muss ich selbst erst mal das Beweisfoto des 1:1 machen. Dann Tankrucksack runter und die Dicke wieder hingestellt. Ich bin in einen Graben mit losem Geröll geraten, stehe bergauf und sehe wenig Chance, dass ich da alleine rauskomme. Einen Versuch will ich aber unternehmen, also noch einen dicken Stein so gut es geht unter das Hinterrad geklemmt und nun ein beherzter Gasstoss. Minimale Vorwärtsbewegung wird begleitet von einem Absinken des Hinterteils, ich sitze fest.

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Zum Glück kommt kurz daraufein Pickup vollbesetzt mit Arbeitern den Berg herab. Ich winke um Hilfe, kaum gelingt es dem Fahrer auf dem rutschigen Untergrund anzuhalten. Vier junge Männer zerren wie wild, mittlerweile kommt Mike den Berg herunterspaziert, er hatte auf mich gewartet und wusste, dass es unsinnig ist, mit dem schweren Bock hierher zurückzufahren. Er macht noch ein Foto bevor er auch anpackt, ein letzter Ruck und ich bin wieder im befahrbaren Bereich.

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Die Kamera wird jetzt erst mal weggepackt und das ist auch gut so, kurz darauf kommt eine wirklich anspruchsvolle Steigung, ich warte bis Mike wild schlingernd oben um eine Kurve verschwunden ist. Ich nehme Anlauf und gerade als ich das kritischste Stück erreiche kommt oben ein Pickup um die Ecke. Der kann sicher nicht anhalten! Also schnellstmöglich rückwärts zur Seite schlingern, passieren lassen und dann ruckzuck nach oben bevor der nächste kommt.

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In San Pedro ist dann auch erst einmal ein Bierchen fällig, bevor wir uns durch Haarnadelkurven wieder auf die 2.700 m nördlich des Lago schrauben.

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Die Wolken, die sich von unten gesehen sich so schön auf den Fotos machen, sind oben feucht und bei nur 10 Grad wird mir frisch in meinem dünnen Leibchen. Nun den, Gas!… und nach weiteren 50 km sind wir wieder bei angenehmen Temperaturen auf Seelevel in Panajachel.

Kupplung rutscht wieder, aber aufgrund Geburtstagsfeier der Besitzerin unseres kleinen Hotels fällt Entlüften heute aus. Erst nach Mitternacht liegen wir in der Falle.

10 Gedanken zu “Mex2Pan – Einreise nach Guatemala

  1. zum Glück ist der Zwischenfall ohne Knochenbrüche geblieben.
    Ich freue mich schon auf den neuen Beitrag:-)
    Vielen dank für`s mitnehmen und die schönen Bilder.
    Weiterhin gute Fahrt!

  2. ganz schoen kompliziert, sich im blog durch zu finden, aber es geht.viel spassim land der mayas,war vor langer,langer zeit dort, tempel etc mir angesehen,als hein seemann

  3. Hallo Ihr Zwei
    Wünsche Euch weiterhin Luft im Reifen.Es macht richtig spass Euch zu verfolgen.Im Geiste bin ich dabei.
    Liebe Grüße von einer eifrigen Radfahrerin aus dem Rheinland. (Marika)

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