Vom Pazifik über das Rückgrat des Teufels in die Sierra Gorda Teil 1

Wer einmal mit dem Motorrad durch die fantastischen Landschaften der Sierra Madre Mexikos bretterte, den lässt dieses riesige, herausfordernde Fahr-Revier nie mehr los! In den vergangenen Jahren machte ich mit meiner Frau und mit Freunden viele ausgiebige Touren im Frühjahr, dieses Jahr wollten wir den Herbst pur in den Gebirgen der Sierra erleben. Und noch eine weitere Herausforderung ging uns im Kopf um: das Rückgrat des Teufels wollte und musste abgeritten werden!

Schon in der Vorbereitungsphase für diese etwa 3200 km lange Tour forderte ich meine Freunde bei den „Piratas“ auf, mit uns zu kommen, Spass zu haben, einen drauf zu machen und wir legten die Abfahrt auf den 26. Oktober 2013. Route: Puerto Vallarta, am Pazifik entlang nach Mazatlán, ab in die Sierra nach Durango, Zacatecas, rüber in die Sierra Gorda nach San Luis Potosí. In Xilitla standen die surrealen Gärten „Las Pozas de Xilitla“ auf dem Programm, ausserdem das „Puebla Mágica“ Jalpan de Serra und über Querétaro und Atotonilco/Santa Elena wieder zurück nach Puerto Vallarta.

Am 26. Oktober stehen wir also verabredungsgemäss an der Tanke in der Marina Vallarta – wo sind die Jungs??? Keine Maschine, kein Pirata – aber! el Capitan

BARRAGAN, El Capitán und Irma

sitzt schon auf seiner Harley und meint „na Zeit wird’s!“ José Barragan, el Capitán, ist gerade mal 72 Jahre jung und man wird ihn wohl auch in 20 Jahren noch nicht von seiner Harley und seiner Abenteuerlust abbringen können! Wir geben eventuellen Nachzüglern noch 5 Minuten, ab in die Sättel und auf zur ersten Station, Frühstück in San Blas.

Nach 2 Stunden sitzten wir bei herrlichstem Wetter gemütlich am Frühstückstisch, da tut es keinen Kracher: meine amerikanische Eierschleifmaschine kippte auf Barragans Bike, sie stand wohl nicht richtig auf dem Ständer. Glück im Unglück: nur das Windshield hat nen Riss. OK, kann man verkraften, wir düsen 4 Stunden lang weiter die kurvenreichen aber doch gut ausgebauten Landstrassen entlang nach Mazatlán.

Jeder Biker, der nach Mazatlán kommt, absolviert erst mal die Biker-Pflicht: ein Foto vor der Bronze-Statue Pedro Infantes! Die Kür besteht dann in der Hotel- und Kneipensuche.

Mazatlán, Pedro Infante Denkmal

Normalerweise ist es gar kein Problem, in Mazatlán ein Zimmer zu bekommen. Wir schlagen jedoch genau an dem Tag in der Stadt auf, an welchem die neue Super-Autobahn von Mazatlán nach Durango mit der gigantischen Baluarte-Brücke eröffnet wird und die dann auch noch mautfrei befahrbar ist! Alles was zwei oder mehr Räder unterm Hintern hat hängt gerade in der Stadt rum!

Dem Glücklichen schlägt stets die Stunde – wir hatten nach einer knappen Stunde eine Unterkunft gefunden und machten uns schnellstens auf, Meeresfrüchte zu futtern. Im El Torito bleibt kein Wunsch offen, wenn man authentische, mexikanische Meeresfrüchte-Küche liebt!

Mariscos satt

Mittlerweile ist auch Charly aus Santa Elena (Nähe Guadalajara) zu uns gestossen und am nächsten Morgen satteln wir nicht nur die Harleys sondern auch uns mental auf: heute packen wir das Rückgrat des Teufels, el „Espinazo del Diablo“, eine berühmt-berüchtigte Bergstrecke, die vielleicht heisseste Piste in Mexiko  neben der Rumorosa! Der Name ‚Rückgrat des Teufels‘ geht auf eine Sage zurück, wonach der Erzengel Michael Satan aus dem Himmel schmiss, und Satans gebrochenes Rückgrat dort in der Sierra Madre einen zerklüfteten Bergkamm bildete. Andere Geschichten behaupten, von den höchsten Graten könne man geradewegs hinunter in die Hölle schauen. Plausibel, denn eine der tiefsten Schluchten an der Strecke misst immerhin bis zu 390 Meter. Wir brechen früh auf, dieser Streckenabschnitt will in vollen Zügen genossen werden!

Morgenstund hat Gold im Mund

Rumbo Espinazo del Diablo

Barragan brettert

Für sightseeing bleibt nicht viel Zeit

Mi Amor

Sonntag ist grundsätzlich ein guter Tag für solche eine vertrackte Strecke, denn man wird nicht durch LKWs ausgebremst. Dieser Sonntag war noch besser: die Strecke war beinahe verkehrsfrei, denn alle waren ja auf der neuen Autobahn unterwegs!

 Wenig Verkehr

 300 km Bergstrecke liegen vor uns auf dem Weg nach Durango. Die Landschaft, die Aussicht, alles grandios, da kann uns die neue Autopista gar nicht reizen!

Blick auf die neue Autobahn Mazatlán-Durango

Eine kleine Pause bevor es weiter geht

Rast auf dem Teufelsrücken Espinazo del Diablo

 vogelfrei

 Charly macht die pace

Wir kommen kurz nach Mittag in Durango an – wohlbehalten nach einem einmaligen Ritt über das Teufelsrückgrat.

Wer wissen will, was Biker an Halloween so tragen und treiben und warum ein Mord fast unsere Tour durcheinander brachte schaue einfach wieder hier bei mir rein – Fortsetzung folgt.

4 Gedanken zu “Vom Pazifik über das Rückgrat des Teufels in die Sierra Gorda Teil 1

  1. Pingback: Ruta Europa 2014 – Passo dello Stelvio, Stilfser Joch | Toefli-Mike

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